Frühe berufliche Rehabilitation nach Schlaganfall: Kein Vorteil gegenüber Standardversorgung
2025-04 | International Journal of Stroke | Radford KA et al.
Zusammenfassung
Die RETAKE-Studie ist die bisher größte randomisierte Studie zur beruflichen Rehabilitation nach Schlaganfall. 583 Betroffene aus 21 Schlaganfall-Zentren in England und Wales wurden entweder einer frühen spezialisierten beruflichen Rehabilitation (ESSVR) durch Ergotherapeuten oder der Standardversorgung zugewiesen. Nach zwölf Monaten kehrten 64,2 Prozent der ESSVR-Gruppe und 59,4 Prozent der Kontrollgruppe für mindestens zwei Stunden pro Woche zur Arbeit zurück. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant.
Veröffentlicht wurde die Studie im Jahr 2025 im Fachjournal International Journal of Stroke. Verfasst von Radford KA et al.. Originaltitel: „Effectiveness of early vocational rehabilitation versus usual care to support RETurn to work after stroKE: A pragmatic, parallel-arm multicenter, randomized controlled trial“. Die Originalpublikation ist über den DOI 10.1177/17474930241306693 dauerhaft auffindbar. Thematische Schwerpunkte: Rückkehr zur Arbeit, Berufliche Rehabilitation, Ergotherapie und Multizentren-Studie.
Was bedeutet das für Betroffene?
Die Rückkehr an den Arbeitsplatz ist ein wichtiges Ziel vieler jüngerer Schlaganfall- Betroffener. Obwohl die spezialisierte Rehabilitation keinen messbaren Vorteil zeigte, waren die Rückkehrquoten insgesamt höher als in früheren Studien. Arbeitgeber-Kontakt und Fatigue-Management wurden von Teilnehmenden als besonders hilfreich bewertet.
Kritische Einordnung
Die Studie wurde im britischen NHS durchgeführt, wo die Standardversorgung bereits vergleichsweise gut ist. In Ländern mit weniger Rehabilitationsangeboten könnten die Ergebnisse anders ausfallen. Zudem war die Nachbeobachtungszeit auf zwölf Monate begrenzt.
Originalstudie
Effectiveness of early vocational rehabilitation versus usual care to support RETurn to work after stroKE: A pragmatic, parallel-arm multicenter, randomized controlled trial
Radford KA et al., International Journal of Stroke (2025-04)
DOI: 10.1177/17474930241306693