Glossar
Fachbegriffe rund um den Schlaganfall, verständlich erklärt. Aus Arztbriefen, Reha und Alltag.
A
- Aphasie
- Auch: Sprachstörung
- Eine erworbene Störung der Sprache nach Schädigung des Sprachzentrums. Betroffene haben Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen, Lesen oder Schreiben, obwohl die Intelligenz erhalten bleibt. Mehr dazu
- Apoplex
- Auch: Apoplexie, apoplektischer Insult
- Ein medizinischer Fachbegriff für den Schlaganfall. Gemeint ist die plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Mehr dazu
- Ataxie
- Eine Störung der Bewegungskoordination. Bewegungen wirken unsicher, ungenau oder überschießend, obwohl die Muskelkraft normal sein kann.
- AUVA
- Allgemeine Unfallversicherungsanstalt. Sie übernimmt Kosten für Reha und Hilfsmittel, wenn der Schlaganfall als Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit anerkannt ist.
B
- Behindertenpass
- Ein amtlicher Ausweis in Österreich, ausgestellt vom Sozialministeriumservice ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent. Er ist Nachweis für Steuervorteile, Ermäßigungen und weitere Rechte. Mehr dazu
- Bobath-Konzept
- Ein Therapieansatz in der Neuroreha, der gestörte Bewegungsabläufe neu anbahnt und die betroffene Körperseite gezielt in den Alltag einbindet. Mehr dazu
- Botulinumtoxin
- Auch: Botox
- Ein Wirkstoff, der gezielt in verkrampfte Muskeln gespritzt wird, um bei Spastik den Muskeltonus vorübergehend zu senken.
D
- Dysarthrie
- Eine Störung der Sprechmotorik. Die Aussprache klingt verwaschen oder mühsam, weil die Muskeln für das Sprechen nicht mehr richtig gesteuert werden. Anders als bei der Aphasie ist die Sprache selbst intakt.
- Dysphagie
- Auch: Schluckstörung
- Eine Störung des Schluckens. Sie ist nach einem Schlaganfall häufig und birgt das Risiko, dass Nahrung in die Atemwege gelangt. Logopädie und angepasste Kostformen helfen. Mehr dazu
E
- Ergotherapie
- Therapieform, die Betroffene dabei unterstützt, alltägliche Handlungen wieder selbst auszuführen, etwa Anziehen, Essen oder Arbeiten. Oft mit Training der Hand und mit Hilfsmitteln.
F
- FAST-Test
- Eine einfache Methode, um einen Schlaganfall zu erkennen: Face (hängendes Gesicht), Arms (Arm kann nicht gehoben werden), Speech (verwaschene Sprache), Time (sofort den Notruf 144 wählen). Mehr dazu
G
- Grad der Behinderung
- Auch: GdB
- Ein in Prozent ausgedrücktes Maß für die Auswirkungen einer Behinderung. Ab 50 Prozent gibt es in Österreich den Behindertenpass, ab 50 Prozent auch den Status begünstigte Behinderte.
H
- Hemiparese
- Eine teilweise Lähmung einer Körperhälfte. Die betroffene Seite ist geschwächt, aber nicht vollständig gelähmt. Eine der häufigsten Folgen eines Schlaganfalls.
- Hemiplegie
- Eine vollständige Lähmung einer Körperhälfte. Der betroffene Arm und das Bein können nicht willkürlich bewegt werden.
- Hirnblutung
- Auch: hämorrhagischer Schlaganfall, Blutung
- Eine Form des Schlaganfalls, bei der ein Blutgefäß im Gehirn reißt. Etwa 15 Prozent der Schlaganfälle sind Hirnblutungen, der Rest sind Durchblutungsstörungen.
- Hirninfarkt
- Auch: ischämischer Schlaganfall
- Die häufigste Form des Schlaganfalls. Ein Blutgerinnsel verschließt ein Gefäß, ein Teil des Gehirns wird nicht mehr durchblutet und Nervenzellen sterben ab. Mehr dazu
I
- Insult
- Auch: zerebrovaskulärer Insult, CVI
- Ein weiterer Fachbegriff für den Schlaganfall, häufig in österreichischen Arztbriefen verwendet. Mehr dazu
- Ischämie
- Eine Mangeldurchblutung von Gewebe. Beim ischämischen Schlaganfall wird ein Hirnareal durch ein verschlossenes Gefäß nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt.
K
- Karotis
- Auch: Halsschlagader
- Die große Schlagader am Hals, die das Gehirn mit Blut versorgt. Verengungen der Karotis sind ein Risikofaktor für den Schlaganfall.
- Kontraktur
- Eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen oder Bändern, die ein Gelenk in seiner Beweglichkeit einschränkt. Kann sich bei anhaltender Spastik oder Lähmung entwickeln.
L
- Logopädie
- Therapie bei Störungen von Sprache, Sprechen und Schlucken. Nach einem Schlaganfall behandeln Logopädinnen und Logopäden Aphasie, Dysarthrie und Dysphagie.
- Lyse
- Auch: Thrombolyse
- Eine Notfallbehandlung beim ischämischen Schlaganfall. Ein Medikament löst das Blutgerinnsel auf. Sie wirkt nur in einem engen Zeitfenster von wenigen Stunden nach den ersten Symptomen.
M
- MRT
- Auch: Magnetresonanztomographie, Kernspin
- Ein bildgebendes Verfahren, das mit Magnetfeldern detaillierte Schnittbilder des Gehirns erzeugt. Es zeigt einen Hirninfarkt oft früher und genauer als die Computertomographie.
N
- Neglect
- Eine Wahrnehmungsstörung, bei der eine Raum- oder Körperhälfte vernachlässigt wird. Betroffene übersehen zum Beispiel alles auf der linken Seite, ohne dass die Augen geschädigt sind.
- Neuroreha
- Auch: neurologische Rehabilitation
- Rehabilitation nach Schädigung des Nervensystems. Ziel ist, verlorene Funktionen wiederzuerlangen oder auszugleichen, durch Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und mehr. Mehr dazu
P
- Pflegegeld
- Eine Geldleistung in Österreich, die den pflegebedingten Mehraufwand abgelten soll. Sie ist einkommensunabhängig und wird je nach Pflegebedarf in sieben Stufen ausbezahlt. Mehr dazu
- Physiotherapie
- Therapie zur Wiederherstellung von Bewegung und Kraft. Nach einem Schlaganfall werden Gehen, Gleichgewicht, Stehen und die Kontrolle der betroffenen Seite trainiert.
R
- Rezidiv
- Ein erneuter Schlaganfall. Das Rückfallrisiko ist in den ersten Monaten erhöht, weshalb Medikamente und die Behandlung der Risikofaktoren wichtig sind.
S
- Spastik
- Eine krankhaft erhöhte Muskelspannung. Muskeln sind dauerhaft angespannt, Bewegungen fallen schwer, die Hand kann sich einkrallen. Wird mit Physiotherapie, Botulinumtoxin oder Operationen behandelt. Mehr dazu
- Stroke Unit
- Auch: Schlaganfall-Station
- Eine spezialisierte Krankenhausstation für die Akutbehandlung von Schlaganfällen. Rasche Aufnahme auf einer Stroke Unit verbessert die Prognose deutlich. Mehr dazu
- Subarachnoidalblutung
- Auch: SAB
- Eine Blutung in den Raum zwischen Gehirn und Hirnhäuten, meist durch ein geplatztes Aneurysma. Typisch ist ein plötzlicher, sehr heftiger Kopfschmerz.
T
- Thrombektomie
- Ein Eingriff beim ischämischen Schlaganfall, bei dem das Blutgerinnsel über einen Katheter mechanisch aus dem Gefäß entfernt wird. Möglich bei Verschlüssen großer Gefäße.
- TIA
- Auch: transitorische ischämische Attacke
- Eine vorübergehende Durchblutungsstörung mit schlaganfallähnlichen Symptomen, die sich innerhalb von 24 Stunden zurückbilden. Ein ernstes Warnsignal, das ärztlich abgeklärt werden muss.
Z
- Zerebral
- Das Gehirn betreffend. Ein zerebraler Insult ist ein Schlaganfall, zerebrovaskulär bezieht sich auf die Blutgefäße des Gehirns.
Ein Begriff fehlt?
Wenn dir ein Wort aus einem Arztbrief oder aus der Reha unklar ist und hier fehlt, schreib mir. Ich ergänze das Glossar laufend.