Nach einem Schlaganfall beginnt für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Neben Rehabilitation, Medikamenten und regelmäßigen ärztlichen Kontrollen stellt sich eine wichtige Frage: Was kann ich selbst tun, um das Risiko für einen weiteren Schlaganfall zu reduzieren?

Eine ausgewogene Ernährung kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Sie beeinflusst unter anderem Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Körpergewicht, und damit wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle. Ernährung ist somit ein wichtiger Bestandteil der Sekundärprävention nach einem Schlaganfall.

Welche Ernährung ist nach einem Schlaganfall empfehlenswert?

Eine mediterran orientierte, herz- und gefäßgesunde Ernährung wird auch in den Empfehlungen zur Schlaganfallprävention berücksichtigt. Sie basiert vor allem auf pflanzlichen Lebensmitteln und wenig stark verarbeiteten Produkten.

Auf dem Speiseplan stehen dabei möglichst häufig:

  • Gemüse, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen) und Obst
  • Vollkornprodukte
  • Nüsse und Samen
  • pflanzliche Öle wie Raps-, Lein- oder Olivenöl
  • regelmäßig Fisch
  • möglichst wenig rotes und verarbeitetes Fleisch
  • möglichst wenig stark verarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel

Es geht dabei nicht um eine kurzfristige „Schlaganfall-Diät", sondern um ein Ernährungsmuster, das sich langfristig in den Alltag integrieren lässt.

Weniger Salz für einen besseren Blutdruck

Bluthochdruck gehört zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Eine hohe Salzaufnahme kann den Blutdruck erhöhen. Eine salzreduzierte Ernährung kann dagegen zur Blutdrucksenkung beitragen. Deshalb wird eine Reduktion der Salzaufnahme auch in den Empfehlungen zur Sekundärprävention nach Schlaganfall genannt.

Viel Salz kommt nicht nur aus dem Salzstreuer. Häufige Quellen sind:

  • Fertiggerichte
  • Fertigsuppen und Saucen
  • Wurst und Schinken
  • Käse
  • Brot und Gebäck
  • salzige Snacks

Tipp: Häufiger selbst kochen und mit Kräutern, Gewürzen, Knoblauch, Zitrone oder Essig für Geschmack sorgen.

Ballaststoffe unterstützen Stoffwechsel und Gefäße

Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen liefern reichlich Ballaststoffe. Sie fördern die Darmgesundheit, unterstützen die Sättigung und können sich positiv auf Blutzucker und Cholesterinspiegel auswirken.

Einfache Veränderungen im Alltag können sein:

  • Weißbrot wird zu Vollkornbrot
  • weißer Reis wird zu Dinkelreis oder Buchweizen
  • Fleisch wird öfter zu Hülsenfrüchten oder Tofu
  • süßes Gebäck wird zu Joghurt mit Haferflocken, Obst und Nüssen

Die richtigen Fette wählen

Fett muss nach einem Schlaganfall nicht grundsätzlich vermieden werden. Entscheidend ist die Auswahl der Fettquellen. Versuchen Sie, mehr pflanzliche Fette einzubauen.

Günstig sind vor allem ungesättigte Fettsäuren, beispielsweise aus:

  • zum Kochen: Raps- und Olivenöl
  • für den Salat: Lein-, Leindotter-, Hanf- und Walnussöl
  • Nüssen und Samen
  • Avocado
  • fettem Fisch wie Lachs oder Makrele

Lebensmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren, beispielsweise fettreiches Fleisch und Wurst, sollten dagegen selten konsumiert werden.

Ernährung bei Diabetes und erhöhtem Cholesterin

Diabetes und erhöhte LDL-Cholesterinwerte können das Risiko für Gefäßerkrankungen erhöhen. Eine ausgewogene Ernährung kann dabei helfen, diese Risikofaktoren günstig zu beeinflussen.

Dabei müssen Kohlenhydrate nicht grundsätzlich vermieden werden. Sinnvoller ist es, auf die Qualität und Kombination zu achten. Eine ausgewogene Mahlzeit kann beispielsweise aus Vollkornprodukten oder Kartoffeln, viel Gemüse, einer Eiweißquelle und etwas pflanzlichem Öl bestehen.

Wichtig: Ernährung ergänzt die medizinische Behandlung, ersetzt aber keine notwendigen Medikamente oder ärztlichen Kontrollen.

Muss man nach einem Schlaganfall abnehmen?

Nicht unbedingt. Bei Übergewicht kann eine langfristige Gewichtsreduktion sinnvoll sein. Nach einem Schlaganfall steht jedoch nicht automatisch das Abnehmen im Vordergrund.

Gerade während der Rehabilitation können Appetitlosigkeit, Schluckstörungen oder Schwierigkeiten beim selbstständigen Essen dazu führen, dass zu wenig Energie und Nährstoffe aufgenommen werden.

Deshalb sollte zunächst geklärt werden:

  • Wird ausreichend gegessen und getrunken?
  • Ist das Schlucken sicher?
  • Wird genügend Eiweiß aufgenommen?

Bei Schluckstörungen muss die Konsistenz von Speisen und Getränken individuell angepasst werden. Dies sollte in Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachpersonen erfolgen, insbesondere Logopädie und Diätologie.

Ein einfacher Teller als Orientierung

Eine einfache Möglichkeit, eine ausgewogene Mahlzeit zusammenzustellen:

  • ein halber Teller Gemüse oder Salat
  • ein Viertel Teller Vollkornprodukte oder Kartoffeln
  • ein Viertel Teller Eiweißquelle
  • dazu etwas pflanzliches Öl

Zum Beispiel Ofengemüse mit Kartoffeln und Fisch, oder Gemüsecurry mit Kichererbsen und Dinkelreis, dazu Kürbiskerne.

Es muss dabei nicht jede Mahlzeit perfekt sein. Entscheidend ist das Ernährungsmuster über Wochen und Monate.

Diätologinnen und Diätologen als Ansprechpartner

Die Ernährung nach einem Schlaganfall sollte möglichst individuell betrachtet werden. Je nach Situation können beispielsweise Schluckstörungen, Diabetes, erhöhte Blutfette, Übergewicht oder Mangelernährung berücksichtigt werden müssen.

Diätologinnen und Diätologen sind die richtigen Ansprechpartner für eine individuelle ernährungstherapeutische Beratung. Sie können gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten eine passende Ernährung entwickeln und diese an Erkrankungen, Medikamente, persönliche Bedürfnisse und den Alltag anpassen.

DIAETOLOGIE AUSTRIA bietet eine österreichweite Suche an (diaetologie.at).

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine herz- und gefäßgesunde Ernährung nach einem Schlaganfall bedeutet vor allem:

  • viel Gemüse und Obst
  • regelmäßig Vollkornprodukte
  • häufig Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen sowie pflanzliche Öle
  • regelmäßig Fisch
  • weniger Salz
  • weniger Wurst und verarbeitetes Fleisch
  • weniger stark verarbeitete Lebensmittel
  • ausreichend trinken, sofern medizinisch nichts dagegen spricht

Ernährung kann einen wichtigen Beitrag zur Sekundärprävention nach einem Schlaganfall leisten, gemeinsam mit Bewegung, Medikamenten und der konsequenten Behandlung von Risikofaktoren.