Es gibt für fast alles eine Lösung. Manche davon findet man im Internet, die meisten entwickelt man selbst, durch Ausprobieren und Kreativität. Hier sind die Strategien, die sich in meinem Alltag bewährt haben.

Menschen begrüßen

Händeschütteln mit einer Hand, die nicht richtig greift, ist eine Herausforderung. In der Pandemie war der Fistbump die perfekte Lösung. Seitdem habe ich eine eigene Strategie entwickelt. Die meisten Menschen bemerken beim Händeschütteln, dass etwas anders ist. Das ist in Ordnung. Was ich nicht möchte: dass die erste Frage lautet "Was ist denn mit deinem Arm los?" Meine Behinderung darf Thema sein, aber sie soll nicht im Mittelpunkt stehen.

Körperpflege

Festes Shampoo statt Flaschen. Klingt wie eine Kleinigkeit, ist aber im Alltag ein großer Unterschied. Keine Flasche aufdrehen, nichts umfüllen, nichts festhalten. Bei Seife und Duschgel gilt dasselbe. Es gibt auch Nagelzwicker und Zahnbürsten, die für einhändige Nutzung designed sind.

Schuhe und Anziehen

Elastische Schnürsenkel verwandeln jeden Schnürschuh in einen Slipper. Kosten unter 10 Euro und sparen täglich Zeit. Was mich stört: wenn Leute mir ungefragt helfen wollen, die Schuhe zu binden. Ich weiß, dass es aus Nettigkeit passiert. Aber ich frage um Hilfe, wenn ich sie brauche.

Das Buffet-Problem

Buffets sind mein persönlicher Albtraum. Teller halten, Essen auflegen, Besteck nehmen, irgendwo hinsetzen, alles mit einer Hand. Besser ist es, wenn etwas serviert wird oder wenn es eine Möglichkeit gibt, den Teller irgendwo abzustellen. Was hilft: wenn jemand fragt "Darf ich dir behilflich sein?" statt einfach meinen Teller zu nehmen.

In der Küche

Ich koche gern und viel. Manuelle Gemüseschneider sind mein wichtigstes Werkzeug. Vorgefertigtes Gemüse aus dem Supermarkt ist keine Schande, sondern praktisch. Scharfe Messer sind sicherer als stumpfe. Und am Anfang habe ich meine Haushaltshilfe gebeten, Gemüse für die Woche vorzuschneiden.

Kommunikation und Technik

WhatsApp Sprache-zu-Text nutze ich ständig. Es gibt sogar Sprache-zu-Code (Serandae) für Programmierung. Für lange Texte ist das Diktieren schneller und angenehmer als einhändiges Tippen.

Was es alles gibt

Für Menschen, die den Arm gar nicht mehr nutzen können, gibt es Einhand-Tastaturen, spezielle Mäuse, Schneidebretter mit Halterungen, angepasstes Besteck. Ich selbst brauche davon wenig, aber es ist gut zu wissen, dass es existiert. Die meisten dieser Hilfsmittel sind über die Krankenkasse verordnungsfähig.