FRONTIER: Nervenschutz-Medikament durch Rettungsdienst: erste Signale positiv
2025-02 | The Lancet | Hill MD et al.
Zusammenfassung
Die FRONTIER-Studie testete erstmals, ob ein nervenschützendes Medikament (Nerinetide) bereits im Rettungswagen wirksam sein kann. 532 Patienten in Kanada mit Verdacht auf schweren Schlaganfall erhielten innerhalb von 3 Stunden Nerinetide oder Placebo durch Rettungssanitäter. Im Gesamtergebnis zeigte sich kein Vorteil. Aber bei Patienten, die anschließend eine Reperfusionstherapie erhielten, verbesserte Nerinetide die Ergebnisse signifikant (OR 1,84). Keine Sicherheitsbedenken.
Veröffentlicht wurde die Studie im Jahr 2025 im Fachjournal The Lancet. Verfasst von Hill MD et al.. Originaltitel: „Efficacy and safety of intravenous nerinetide initiated by paramedics in the field for acute cerebral ischaemia within 3 h of symptom onset (FRONTIER)“. Die Originalpublikation ist über den DOI 10.1016/S0140-6736(25)00193-X dauerhaft auffindbar. Thematische Schwerpunkte: Neuroprotektiv, Rettungsdienst, Akutbehandlung und Nerinetide.
Was bedeutet das für Betroffene?
Die Idee, Nervenschutz schon im Rettungswagen zu starten, ist revolutionär. jede Minute zählt. Wenn Sie schnell ins Krankenhaus kommen und dort eine Thrombolyse oder Thrombektomie erhalten, könnte Nerinetide als Brückentherapie im Krankenwagen Hirngewebe retten. Das Medikament ist noch nicht zugelassen, aber die Signale sind vielversprechend.
Kritische Einordnung
Der primäre Endpunkt wurde nicht erreicht. das Gesamtergebnis war negativ. Der Vorteil zeigte sich nur in einer Untergruppe (Patienten mit Reperfusion), was immer vorsichtig interpretiert werden muss. Außerdem kann der Rettungsdienst nicht vorhersagen, wer eine Reperfusion erhalten wird. Trotzdem: Die Studie beweist, dass präklinische Schlaganfalltherapie machbar und sicher ist. ein wichtiger Proof of Concept.
Originalstudie
Efficacy and safety of intravenous nerinetide initiated by paramedics in the field for acute cerebral ischaemia within 3 h of symptom onset (FRONTIER)
Hill MD et al., The Lancet (2025-02)
DOI: 10.1016/S0140-6736(25)00193-X
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