Botulinumtoxin (Botox) ist eines der häufigsten Mittel zur Behandlung von Spastik nach einem Schlaganfall. Ich habe die Injektionen über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren bekommen. Hier ist, was ich darüber berichten kann.

Was Botulinumtoxin macht

Nach einem Schlaganfall kann es passieren, dass bestimmte Muskeln dauerhaft angespannt sind. Das nennt man Spastik oder erhöhten Tonus. Die Hand schließt sich, die Finger krallen sich ein, das Handgelenk beugt sich. Botulinumtoxin wird direkt in die betroffenen Muskeln gespritzt und blockiert dort die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel. Der Muskel entspannt sich, der Tonus sinkt.

Meine Erfahrung

Ich habe die Injektionen etwa alle sechs Monate bekommen, insgesamt rund fünfmal, im Zeitraum 2020 bis 2021. Die Injektionen gingen in die Muskeln der Hand, die den Tonus verursacht haben. Verabreicht hat sie Prof. Dr. Thomas Sycha, Leiter der Stroke Unit am AKH Wien, der auf Botulinumtoxin-Therapie spezialisiert ist.

Die Wirkung am Anfang

Die ersten Behandlungen haben deutlich gewirkt. Der Tonus in der Hand ging runter, die Finger entspannten sich. Allerdings heißt weniger Tonus auch weniger Kontrolle: Am Anfang, wenn die Wirkung einsetzt, fallen einem Dinge aus der Hand, weil der Muskel plötzlich nachgibt. Das ist irritierend, aber normal und vorübergehend.

Nachlassende Wirkung

Mit der Zeit hat die Wirkung nachgelassen. Das ist ein bekanntes Phänomen bei wiederholten Botulinumtoxin-Injektionen. Der Körper kann Antikörper gegen das Toxin bilden, wodurch die Wirkung schwächer wird. Bei mir hat es ab der vierten oder fünften Behandlung nicht mehr so gut funktioniert wie am Anfang.

Für wen ist Botulinumtoxin geeignet?

Botulinumtoxin ist eine gute Option bei fokaler Spastik, also wenn einzelne Muskelgruppen betroffen sind. Es ist kein dauerhaftes Mittel. Die Wirkung hält drei bis sechs Monate und muss dann wiederholt werden. Bei manchen Patienten wirkt es über Jahre gut, bei anderen lässt die Wirkung nach. In meinem Fall war es ein wichtiger Zwischenschritt, der die Hand über zwei Jahre in einer besseren Position gehalten hat. Als die Wirkung nachließ, bin ich den nächsten Schritt gegangen: eine Sehnenverlängerung.

Fazit

Botulinumtoxin ist kein Wundermittel, aber ein wirksames Werkzeug im Umgang mit Spastik. Es lohnt sich, früh mit einem Spezialisten darüber zu sprechen. Wichtig ist die realistische Erwartung: Es reduziert den Tonus, heilt aber nicht die Ursache. Und bei manchen Patienten lässt die Wirkung mit der Zeit nach.