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Thrombektomie auch nach 24 Stunden: Bildgebung statt Uhr entscheidet

2018-01 | New England Journal of Medicine | Nogueira RG et al.

ThrombektomieZeitfensterBildgebungMeilenstein

Zusammenfassung

DAWN stellte ein Dogma der Schlaganfall-Medizin auf den Kopf. Bisher galt: Nach 6 Stunden ist es für eine Thrombektomie zu spät. DAWN zeigte, dass ausgewählte Patienten auch 6 bis 24 Stunden nach Symptombeginn von der Thrombektomie profitieren. wenn die Bildgebung zeigt, dass noch rettbares Hirngewebe vorhanden ist. 206 Patienten wurden randomisiert. Der Unterschied war dramatisch: 49% vs. 13% erreichten funktionelle Unabhängigkeit. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, weil der Nutzen so überwältigend war.

Veröffentlicht wurde die Studie im Jahr 2018 im Fachjournal New England Journal of Medicine. Verfasst von Nogueira RG et al.. Originaltitel: „Thrombectomy 6 to 24 Hours after Stroke with a Mismatch between Deficit and Infarct“. Die Originalpublikation ist über den DOI 10.1056/NEJMoa1706442 dauerhaft auffindbar. Thematische Schwerpunkte: Thrombektomie, Zeitfenster und Bildgebung.

Was bedeutet das für Betroffene?

Dank DAWN können heute auch Patienten behandelt werden, die erst spät im Krankenhaus ankommen. etwa weil der Schlaganfall im Schlaf passierte. Nicht die Uhr, sondern das Ausmaß des bereits geschädigten Gewebes entscheidet, ob eine Thrombektomie sinnvoll ist.

Kritische Einordnung

Nur sorgfältig ausgewählte Patienten mit einem "Mismatch" zwischen klinischem Defizit und Infarktgröße profitierten. Das betrifft nur einen Teil der späten Schlaganfall- Patienten. Zudem braucht es CT-Perfusion oder MRT, was nicht in allen Kliniken verfügbar ist. Zusammen mit DEFUSE 3 hat DAWN dennoch die Leitlinien weltweit verändert.

Originalstudie

Thrombectomy 6 to 24 Hours after Stroke with a Mismatch between Deficit and Infarct
Nogueira RG et al., New England Journal of Medicine (2018-01)
DOI: 10.1056/NEJMoa1706442

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